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NEWS >   27. April 2020

‚STAY AT HOME‘ für manche Menschen gefährlicher als das Corona-Virus selbst.

Die Corona-Krise verlangt uns allen in bisher unbekanntem Maße viel ab. Nie gab es etwas Vergleichbares. Ganz besonders sind immer wieder die Folgen der Maßnahmen und Einschränkungen zu beachten, die nicht im ständigen Licht der Öffentlichkeit stehen.

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Seit 5 Wochen sind bundesweit die Schulen und Kindergärten geschlossen, es herrscht ein weitgehendes Kontaktverbot. Damit fallen auch alle diejenigen Personen weg, die sonst darin geschult sind, zu bemerken, dass ein Kind Hilfe benötigt.

Wie viele andere Einrichtungen auch, macht sich der Verein Dunkelziffer große Sorgen um die Kinder, die zurzeit keinen Zugang zu Hilfe haben. Seit März erreichen Dunkelziffer deutlich weniger Hilfeanfragen, und das zu einer Zeit, in der bei dem Großteil der Bevölkerung die Nerven durch verlorene Arbeit, Kurzarbeit, Homeoffice u.ä. blank liegen. Experten und Kinderschutzvereine vermuten, dass die Gewalt innerhalb von Familien derzeit stark zunimmt – und keiner es bemerkt.

„Durch die geschlossenen Schulen und Kindertagesstätten haben Kinder in schwierigen Familienverhältnissen schwer Zugang zu Menschen außerhalb der Familie. Deshalb bitten wir Nachbarn, Freunde und all diejenigen, die vermuten, dass ein Kind Hilfe benötigt, sich an eine Einrichtung zu wenden und dort um Unterstützung und Hilfe bitten. Jeder sollte wissen:

Kein Kind kann sich alleine helfen, alle Erwachsenen sind für den Schutz der Kinder verantwortlich!

Häusliche und sexuelle Gewalt nehmen erfahrungsgemäß zu, wenn Familien unter großem Stress, Anspannung und vermeintlich unüberbrückbaren Konflikten stehen. Die Leidtragenden sind dann die Kinder“ sagt Julia Gommeringer von Dunkelziffer e.V. und bittet deshalb eindringlich achtsam auf Kinder zu schauen.

Um möglichst vielen Mädchen und Jungen schnell zu helfen, haben sich die CMS-Stiftung,

vasataschröder und Dunkelziffer e.V. zusammengetan, um mit einer Plakatkampagne und einem beindruckendem Spot auf das Schicksal der Kinder und Jugendlichen hinzuweisen, denen hinter verschlossenen Türen großes Leid angetan wird.

„Es geht uns in dieser für viele Kinder dramatischen Zeit darum, schnell und effektiv zu helfen und aufzuklären. Daher nutzen wir die bekannte url des Unabhängigen Beauftragten für Sexuellen Kindesmissbrauch www.kein-kind-allein-lassen.de und die etablierte Telefonhilfe von Nummer gegen Kummer e.V.. Wir haben auch auf den für uns sonst so wichtigen Spendenaufruf verzichtet, damit nichts von der Botschaft ablenkt.“ so Julia Gommeringer von Dunkelziffer e.V.. Die Botschaft lautet:

Mit der Familie allein zu sein, ist für manche Kinder gefährlicher, als das Corona-Virus!

Die Idee zur Aktion kommt von VASATASCHRÖDER, die seit vielen Jahren Dunkelziffer e.V. in allen Belangen der Kommunikation pro bono unterstützen. Die Kampagne wurde über Ostern konzipiert und in Eigenregie umgesetzt. Die Maßnahmen sind zum einen an erwachsene Mitbürger und zum anderen an Betroffene gerichtet. Die spezifischen Versionen werden auf Facebook, Instagram und TikTok ausgespielt. Parallel dazu wollen wir den Einzelhandel dazu aufrufen Poster der Kampagne aufzuhängen, damit wir möglichst viele Menschen erreichen.

Idee: Heiko Schmidt
Schnitt und Animation: Demis Pawlik
Beratung: Charlin Reppin, Hannah Meister